Japanische Zierquitte,Niedrige Scheinquitte

Chaenomeles japonica

Gehölz
Wildform
winterhart
Gute Bienenweide
Vogelschutznährgehölz
essbar
Frühblüher

Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica) Alle 20 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Japanische Zierquitte

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Ostasien stammender beliebter Zierstrauch
  • Nur wenig über einen Meter hohe, sparrige und teils niederliegende sommergrüne Sträucher
  • Glänzend grüne Blätter und zahlreiche rote Blüten im Frühjahr
  • Kleine Apfelfrüchte im September und Oktober reifend
  • Anspruchslos, robust und pflegeleicht
  • Leichte Vermehrung mit Samen oder mit Stecklingen
  • Mit Stacheln gutes Vogelschutzgehölz, mit Früchten als Vogelnährgehölz
  • Pollen und Nektar von zahlreichen Insekten gesammelt
  • Zahlreiche Sorten und Hybriden mit kleinerem Wuchs und weniger Stacheln im Handel
  • Früchte ebenso wie Quitten gekocht genießbar
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: normal
Wasser: feucht bis frisch
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 80 - 150 cm
Breite: 1 - 2 m
Zuwachs: 10 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: orange
Blühzeit:
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a
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a
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n
d
Blütenform: schalenförmig
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform grob kerbig gesägt
Sonstiges
ist essbar Frucht
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Zierquitten
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Japanische Zierquitte?

Japanische Zierquitte, Japanische Scheinquitte, Japanische Quitte oder Feuerbusch (Chaenomeles japonica) ist mit der Quitte nahe verwandt – beide gehören zu den Rosengewächsen (Rosaceae). Die kleinfrüchtigere Variante stammt, wie der Name bereits verrät, aus Fernost, insbesondere Japan und China, und wird bei uns als Zierstrauch gepflanzt. In ihrer Heimat wächst sie bevorzugt an Waldrändern und in Gebüschen.

Chaenomeles japonica bildet 80-150 Zentimeter hohe, sparrig aufrechte oder niederliegende, breit buschig wachsende Sträucher, bei denen sich ein Teil der Triebe über den Boden ausbreitet, der Rest aufstrebt. Dornen finden sich bei der Wildart häufig an den Ästen, ebenso an den Zweigen des Vorjahres Warzen und den jüngsten ein dichter Filz, der aber bald vergeht.

Die sommergrünen Blätter der Japanischen Zierquitte sind 3-5 Zentimeter lang, verkehrt-eiförmig bis rundlich, oberseits glänzend mittelgrün und unterseits matt und etwas heller, mit einem gekerbten Rand. Getragen werden sie von einem 3-5 Millimeter langen Blattstiel. An den Langtrieben finden sich am Grund der Blattstiele ungewöhnlich große Nebenblätter; sie sind nierenförmig, einen Zentimeter lang und 1-2 Zentimeter breit, mit einem gezähnten Rand.

Die schalenförmigen, 3-4 Zentimeter breiten Blüten erscheinen zusammen mit dem Laubaustrieb im März und April in großer Zahl und überziehen in dichten Büscheln zu 2-5 Exemplaren die Zweige direkt am Holz. Sie sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, sternförmig und zwittrig. Die grünen Kelchblätter sind an der Basis miteinander verwachsen, die Kronblätter glänzend ziegelrot und umgeben die in zwei Kreisen stehenden 40-60 goldgelben Staubblätter in ihrer Mitte. Der Stempel besteht aus fünf an der Basis miteinander verwachsenen Griffeln und ist wenig länger als die Staubblätter.

Aus den Blüten entwickeln sich im Herbst 2-7 Zentimeter große runde oder birnförmige Apfelfrüchte mit einer ledrigen, anfangs grünen und in der Reife grünlichgelb mit orange Punkten und sonnenseits rot gefärbten Schale, die von einem dichten Filz überzogen ist. Sie riechen deutlich aromatisch und sind essbar. In ihrem Inneren befinden sich zahlreiche braune Samen in einem Kerngehäuse ähnlich wie bei Apfel und Birne.

Japanische Zierquitte im Garten

Standort

Die Japanische Zierquitte ist vor allem deshalb so beliebt, weil sie ebenso dekorativ wie pflegeleicht ist – sie nimmt mit so ziemlich jeder durchschnittlichen sauren bis neutralen Gartenerde vorlieb. Lediglich auf kalkhaltigem Grund wächst sie nur langsam. Am liebsten ist ihr ein frischer bis mäßig trockener, durchlässiger, nährstoffreicher und humoser, leicht sandiger Boden mit Sonne oder Halbschatten. Je mehr Sonne sie bekommt, desto reichhaltiger blüht sie und umso mehr Früchte werden gebildet. Hast Du sie einmal in Deinem Garten angesiedelt solltest Du möglichst wenig unter ihnen und in ihrer unmittelbaren Umgebung graben – ein Teil der Wurzeln verläuft dicht unterhalb der Oberfläche und mag solche Eingriffe nicht.

Schnitt

Am besten schneidest Du die Japanische Zierquitte nur so viel wie unbedingt nötig – die Blüten erscheinen am alten Holz, sodass jeder Rückschnitt auf Kosten der Blütenpracht kommender Jahre geht. Nur wenn die Sträucher zu sehr vergreisen solltest Du mal vorsichtig zur Heckenschere greifen. Sie sind also extrem pflegeleicht.

Dessen ungeachtet solltest Du bei veredelten Exemplaren darauf achten, dass sich die bodennahen Triebe, die aus der Unterlage wachsen, nicht allzu sehr breitmachen. Du erkennst sie spätestens daran, dass sie etwas anders blühen als erwartet oder andere Blätter entwickeln als der Rest des Edelreises. Ein paar davon schaden zwar nicht, aber auf Dauer können sie die Reiser der aufgesetzten Sorte überwachsen.

Vermehrung

Die Wildart lässt sich problemlos mithilfe von Samen vermehren; die Aussaat des Kaltkeimers benötigt aber unbedingt eine Kälteperiode, damit sie aufgeht. Sorten lassen sich wie üblich nur vegetativ vermehren. Stecklinge und Steckhölzer von halbverholzten Trieben oder Absenker der veredelten Exemplare wachsen allerdings bisweilen nicht ganz so kräftig wie die wilden; in der Regel hat es durchaus einen Sinn, dass man sie auf eine wüchsigere Unterlage pfropft.

Verwendung

Wegen ihrer leuchtend roten Blüten – der Name Feuerstrauch kommt nicht von ungefähr – gehört die Japanische Zierquitte zu den beliebtesten Ziersträuchern. Sie ist nicht ganz so rauchhart wie die nahe verwandte Chinesische Zierquitte (Chaenomeles speciosa), kommt aber ebenfalls recht gut mit dem rauen Stadtklima und seinen Abgasen zurecht.

Man pflanzt sie im Garten als einzelne Hecke oder in kleinen Gruppen, gerne auch an Mauern. Ihre feuerroten Blüten geben einen wunderbaren Hintergrund für damit kontrastierende Frühblüher wie Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen. Besonders spektakulär ist der Kontrast zu gelb blühenden Forsythien.

Insbesondere die kleinerbleibenden Sorten sind auch als Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse geeignet. Nicht zu unterschätzen: Mit ihren roten Blüten und dem sparrigen Wuchs ist die Japanische Zierquitte auch als Bonsai sehr beliebt, insbesondere die ohnehin klein bleibende Sorte ‚Hime‘, die stark verzweigt und kleine, tiefrote Blüten bildet.

Schädlinge

Im Großen und Ganzen ist die Japanische Zierquitte recht robust und widerstandsfähig und hat selten etwas mit Krankheiten oder Schädlingen zu tun. Nur Blattläuse sind an den frischen Trieben oft Dauergäste, und auch Schildläuse können sich an den Zweigen einfinden. Andere ungebetene Gäste sind Pilzerkrankungen wie Mehltau, Gelbfleckenkrankheit und Rostpilze; in eher seltenen Fällen kann auch der gefährliche Feuerbrand auftreten.

Ökologie

Die Japanische Zierquitte ist wohl das beste Beispiel dafür, dass nicht jeder Exot in unseren Gärten eine ökologische Nullnummer sein muss. Sobald sich ihre Blüten im zeitigen Frühjahr öffnen werden sie von einer Vielzahl von Insekten besucht. Nektar und Pollen sind so leicht erreichbar, dass neben Honigbienen, Hummeln und anderen Wildbienen sowie Schmetterlingen auch kurz berüsselte Insekten wie Fliegen, Schwebfliegen und Käfer zu einer Mahlzeit kommen. Die Pflanzen sind streng selbstinkompatibel, können sich also nicht selbst bestäuben und brauchen dafür ein zweites Exemplar als Pollenspender in der Nähe.

Die Apfelfrüchte sind bei Vögeln sehr beliebt, zumal sie auch im Winter lange am Strauch bleiben. Die Büsche selber geben mit ihren wenigen, aber wehrhaften Dornen ein ausgezeichnetes Vogelschutzgehölz, in dem sich die Tiere gut verstecken und gegebenenfalls auch Nester bauen können. Ähnliches gilt auch für Kleinsäuger, die hier ebenso Unterschlupf und Nahrung finden. Sie alle sorgen auch für die Verbreitung der Samen, die entweder beim Zerlegen der Früchte in der Umgebung verteilt werden oder den Umweg über den Verdauungstrakt machen.

Wissenswertes

Woher kommt der Name Chaenomeles?

Ob mit A oder mit O: Bisweilen läuft die Japanische Zierquitte nicht unter Chaenomeles japonica, sondern unter Choenomeles japonica. Oder unter Chaenomeles maulei. Der erste Europäer, der sich näher mit den Pflanzen befasste, war der schwedische Naturforscher Carl Peter Thunberg (1743-1828), der die japanische kusa-boke 1784 in seiner Flora japonica als exotische Birne Pyrus japonica beschrieb. Später wanderte sie in die Gattung Cydonia, also Quitte, und letztlich stellte der britische Botaniker John Lindley (1799-1865) in eine eigene Gattung Chaenomeles. Bei dem neuen Gattungsnamen übernahm er Thunbergs irrige Annahme, dass die Frucht bei der Reife in fünf Teile zerfallen sollte: im Griechischen bedeutet chaenein spalten, melea Apfelbaum – daraus wurde Chaenomeles.

Essbare Zierquitten mit leicht giftigen Kernen

Die kleinen Früchte sehen nicht nur so aus und duften so ähnlich, sie sind auch gekocht genauso essbar wie die der Quitte – nur rentiert es sich normalerweise kaum sie zu verwerten und sie sind deutlich herber als ihre großen Verwandten. Sie sind ebenso steinhart und herb, sodass man sie zum Genuss kocht. In der Ukraine pflanzt man Zierquitte seit 1913, im Baltikum seit den 1970er Jahren auch wegen ihrer Frucht, und hier findet man diese auch bisweilen auf Märkten. Giftstoffe finden sich nur in den Samen – also genauso wie bei Apfel und Birne. Sie gelten als leicht giftig, und man müsste schon gewaltige Mengen davon verzehren, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.

Zierquitten machen Quittengelee noch leckerer

Wer auch Quitten im Garten hat kann Zierquitten bei der Herstellung von Quittengelee und Quittenbrot oder Quittenkompott untermischen. Tipp: Ein Teil Zierquitte, drei Teile Quitte machen das Quittengelee besonders aromatisch und schmackhaft! Man kann sie auch gut eine Weile aufheben – im Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich gegebenenfalls viele Wochen. Bei anderen Marmeladen kann man das reichlich vorhandene Pektin ähnlich wie Apfelpektin oder grüne Äpfel zum Verfestigen einsetzen, und die beliebte Sorte ‚Cido‘ gibt einen besonders aromatischen und leicht säuerlichen Geschmack. Neben Pektin und Aromastoffen enthalten die Quittenfrüchte übrigens auch reichlich Ballaststoffe sowie organische Säuren wie Ascorbinsäure (Vitamin C: 0,5-1 g/kg) und Zitronensäure.

Sorten und Hybriden wie Sand am Meer

Eine so beliebte Zierpflanze weist so gut wie immer eine große Zahl von Sorten und Hybriden auf, da macht die Japanische Zierquitte keine Ausnahme. Bereits 1963 führte der französische Botaniker Claude Weber (1922-2011) über 500 Sorten von Japanische Quitte auf. Im Gartenhandel findet man daher inzwischen die Wildart Chaenomeles japonica selbst eher selten – wesentlich öfter werden die noch wüchsigere und noch pflegeleichtere Chinesische Zierquitte Chaenomeles speciosa, ihre Hybriden und die zahlreichen Sorten angeboten. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich in ihrer Wuchsform, Größe und der Bewaffnung mit Dornen. Die meisten sind kleiner und weniger stachelig als die Wildart.

Fotos

Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Blatt Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Blatt Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Blüte Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Frucht Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Frucht Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Blatt Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Blatt Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Frucht Japanische Zierquitte
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: NaturaDB
Blüte Japanische Zierquitte
Quelle: Tsyganov Sergey, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: Mars 2002, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Japanische Zierquitte
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Japanische Zierquitte
Quelle: Tsyganov Sergey, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Japanische Zierquitte
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Japanische Zierquitte
Quelle: Mars 2002, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Japanische Zierquitte

Sorte Höhe Breite
Japanische Zierquitte (Wildform) 80 - 150 cm 1 - 2 m
Japanische Zierquitte 'Nivalis' 80 - 150 cm 80 - 150 cm
Zierquitte 'Rubra' 1 - 1.5 m 1 - 1.7 m

Häufige Fragen

Kann man Zierquitten essen?

Ja, kann man, allerdings wird man sich an den rohen Früchten erst die Zähne ausbeißen und sich dann über die gekräuselten Zehennägel wundern – die Scheinquitten sind steinhart und reichlich sauer und gerbstoffhaltig. Wie bei den „richtigen“ Quitten muss man sie vor dem Genuss kochen. Danach kann man sie zu Quittenkompott verarbeiten oder nach altbewährter Methode zu Quittengelee plus leckerem Quittenbrot verarbeiten. Die paar Zierquitten im Garten rentieren sich nicht? Ein Teil Zierquitte, drei Teile Quitte geben ein besonders aromatisches Gelee. Außerdem sind die kleinen Apfelfrüchte ebenso wie grüne Äpfel reich an Pektin – das macht sie zu einem ausgezeichneten Festigungsmittel für andere Gelees und Marmeladen. Wer also Zierquitten im Garten hat kann sich Apfelpektin kaufen schenken.

Wie groß wird eine Zierquitte?

Längst nicht so groß wie eine Echte Quitte – während das rechte Monster von mehreren hundert Gramm werden können bleiben die runden oder birnförmigen Apfelfrüchte der Japanischen Zierquitte Chaenomeles japonica mit 2-7 Zentimetern ausgesprochen klein. Sie sind ebenso hart, aber dafür noch ein wenig aromatischer, sodass man sie gerne bei der Herstellung von Quittengelee mitverarbeitet. Oder man macht daraus Quittenlikör. Wer die Zierquitten-Sträucher meint: Die werden bei der Wildart maximal eineinhalb Meter hoch, und viele der Sorten bleiben noch kleiner.

Was kann man mit Zierquitten tun?

Zierquitten sind steinhart und schmecken ziemlich sauer und bitter, aber gekocht kann man sie ebenso verwenden wie ihre großen Verwandten, die „richtigen“ Quitten. Am besten mischt man beide im Verhältnis 1+3 miteinander, um so ein besonders aromatisches Quittenkompott oder lange haltbares Quittengelee zu bekommen. Bei der Herstellung des Letzteren kann man die breiigen Überreste auf einem Backblech ausgestrichen sanft trocknen und so Quittenbrot daraus machen. Ebenso kann man die pektinreichen Früchte in kleinen Mengen anderen Marmeladen und Gelees zufügen, sie binden diese ebenso gut wie das im Reformhaus erhältliche Apfelpektin oder ein grüner Apfel.

Sind Zierquitten immergrün?

Nein, sie verlieren im Herbst ihre Blätter. Ausdauernd sind die Sträucher aber trotzdem, auch wenn sie im Winter kahl aussehen. Dafür glänzen sie im Frühjahr mit ihrer roten Blütenpracht, die für die Insektenwelt im Garten ein gefundenes Fressen darstellt, und liefert reichlich dekorative kleine Scheinquitten, die Vögeln und Kleinsäugern als Nahrung dienen.

Wann kann man Zierquitten ernten?

Reif sind die Zierquitten, wenn sie sich gelb, auf der Sonnenseite oft auch rot verfärben und kleine orangefarbene Punkte bekommen -meist im September und Oktober. Aufs weich werden kann man lange warten – sie bleiben auch bei Vollreife steinhart. Spätestens wenn sie deutlich aromatisch riechen und die Vögel im Garten sich dafür verstärkt zu interessieren beginnen kannst Du davon ausgehen, dass sie gerade reif werden. Einmal geerntet kannst Du sie kühl noch lange Zeit aufbewahren, etwa wie Äpfel im Keller oder noch länger im Gemüsefach, wo sie sich monatelang halten.

Wie lange blühen Zierquitten?

Die verschiedenen Arten, Hybriden und Sorten von Zierquitten blühen zeitlich etwas unterschiedlich, aber allesamt im zeitigen Frühjahr – die Japanische Zierquitte beispielsweise im April und Mai. Nach dieser Hauptblütezeit kommen aber bis in den Sommer hinein immer wieder vereinzelte Blüten nach, bis im Herbst die Apfelfrüchtchen reif werden.

Wann schneidet man Zierquitte?

Am besten überhaupt nicht – Zierquitten bilden ihre Blüten nur am alten Holz. Das heißt, sobald Du Zweige entfernst beseitigst Du damit auch eine Menge Blütenschmuck der folgenden Jahre. Wenn überhaupt solltest Du die Büsche nur sehr behutsam bereinigen, wenn es denn unbedingt erforderlich ist. Abgestorbene Äste kannst Du natürlich jederzeit entfernen, die blühen ohnehin nicht mehr.

Was ist der Unterschied zwischen Quitte und Scheinquitte?

Scheinquitten (Chaenomeles japonica, Ch. speciosa und ihre Sorten und Hybriden) sind deutlich kleiner als die Echte Quitte (Cydonia oblonga), die mehrere Meter Höhe erreicht. Gleiches gilt für ihre Früchte, die bei den Zierquitten nur wenige Zentimeter groß werden, aber ebenso wie bei der Echten Quitte apfelförmig oder birnförmig ausfallen. Dafür bestechen die Zierquitten mit ihrem Blütenreichtum – im Frühjahr sind die Zweige dicht mit ganzen Büscheln von schalenförmigen, 3-4 Zentimeter großen Blüten überzogen. Nicht minder dekorativ sind die kleinen Apfelfrüchte, die für Vögel und Kleinsäuger eine willkommene Nahrung sind. Vorher werden die nektar- und pollenreichen Blüten von einer Vielzahl von Insekten besucht und sind eine große Attraktion für Bienen, Hummeln, Fliegen und viele andere Interessenten.

Sind alle Quittensorten essbar?

Im Prinzip ja – aber im rohen Zustand erstens zu hart und zweitens zu sauer und bei den Zierquitten zu bitter. Als leicht giftig gelten lediglich die Kerne, was aber ebenso für Äpfel und Birnen gilt. Quitten und Scheinquitten verwendet man üblicherweise nur im gekochten Zustand – als Quittenkompott, Quittengelee oder Quittenbrot. Wenn die Ausbeute an Zierquitten aus dem heimischen Garten nicht ausreicht kann man sie auch problemlos mit den großen Quitten kombinieren, sie geben dem Ergebnis sogar eine noch aromatischere Note. Übrigens nicht wundern: Allein von den Scheinquitten gibt es über 500 Sorten, von den ganzen Hybriden ganz zu schweigen.

Hat eine Zierquitte Stacheln?

Ja, allerdings – vor allem die Wildsorten wie die Japanische Scheinquitte oder die Chinesische Scheinquitte. Sie sind mit kräftigen Stacheln bewehrt, die sie zu einem idealen Vogelschutzgehölz machen und den gefiederten Gesellen Unterschlupf und Nistmöglichkeiten bieten. Die Wehrhaftigkeit hat man allerdings vielen der in Gärten noch weiter verbreiteten Sorten von Zierquitte ausgetrieben; etliche davon haben nur noch wenige Stacheln.

Kann man Zierquitten entsaften?

Kann man, aber das ist eine unproduktive Vorgehensweise: Jagt man die steinharten Früchte durch einen elektrischen Entsafter bekommt man ein Schnapsglas voll Saft und einen riesigen Berg Trester. Sofern der Apparat das überlebt. In einem Dampfentsafter wird das schon ein wenig mehr, aber am besten ist immer noch die klassische Methode wie bei den großen Quitten: den haarigen Filz von der Schale rubbeln, die Früchte grob häckseln – notfalls mit dem Hackebeil – und mit Wasser bedeckt kochen, bis sie weich geworden sind. In einem Tuch oder feinen Sieb lässt man den Saft ablaufen, der ein schönes klares Quittengelee abgibt. Aus dem Rest entfernt man die Kerne und harten Kerngehäuse; dann kann man den Brei ausstreichen und im Backofen bei geringer Wärmezufuhr zu Quittenbrot trocknen.

Ökologischer Wert

Japanische Zierquitte ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Vögel

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
3

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird häufig aufgesucht

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten