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Erd-Segge (Carex humilis)
Quelle: Vankich1/shutterstock.com
Wichtige Insekten-pflanze

Erd-SeggeZwergsegge

Carex humilis

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Gras winterhart Wichtige Raupenfutterpflanze Frühblüher
  • Sommergrüne Seggenart mit dichtem, im Alter ringförmigem Wuchs
  • Niedrige graugrüne bis hellgrüne Halme und Blätter, letztere meist eingerollt
  • Männliche rotbraune und weibliche silbrige Ährchen von März bis Mai
  • Für sonnige bis halbschattige Stellen
  • Braucht einen trockenen und nährstoffarmen Boden
  • Leichte Vermehrung durch Teilung oder mit Aussaat
  • Guter Bodenfestiger
  • Pflegeleicht, robust und winterhart
  • Für Freiflächen, Gehölrand und Naturgarten
🏡 Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gras
Wuchs: dicht, teppichartig, horstbildend
Höhe: 20 - 30 cm
Breite: 25 - 30 cm
frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Wurzelsystem: Flachwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Blütenform: klein, unscheinbar
🍃 Laub
Blattfarbe: grün
Blattphase: sommergrün
Blattform: lineal, grasartig, spitz
Schneckenunempfindlich: ja
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): mäßig häufig
Gefährdung (Rote Liste): Vorwarnliste
Raupen: 11 (davon 1 spezialisiert)
Käfer: 4
🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 9
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Süßgrasartige
Familie: Sauergrasgewächse
Gattung: Seggen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Erd-Segge?

Die Hauptvorkommen der Erd-Segge oder Niedrigen Segge liegen in Süd- und Südosteuropa, wo man das Mitglied aus der Familie der Sauergräser (Cyperaceae) vor allem auf sonnigen und warmen Magerrasen, Trockenrasen, Dünen, Flusssanden und in lichten Eichen- und Kiefernwäldern findet. In Mitteleuropa beschränken sich ihre Bestände auf die Alpen, wo sie in Höhen bis zu 1500 Metern wächst, und zerstreute Vorkommen im Binnenland und den Mittelgebirgen. Im Norden Deutschlands fehlt sie praktisch vollständig.

Wie der Name bereits verrät sind die dichten, oft einen Rasen bildenden Horste niedrig – sie erreichen eine Höhe von nur ein oder zwei Handbreit. Unterirdisch verfügen die ausdauernden krautigen Pflanzen über ein 3-5 Millimeter dickes, duftendes Rhizom mit einem tiefreichenden Wurzelsystem, mit dem sie auch an trockenen Standorten immer noch einen Tropfen Wasser findet. Ihre Halme sind schwach dreikantig und straff aufrecht, die 10-25 Zentimeter langen und 1-2 Millimeter breiten graugrünen bis hellgrünen Blätter starr und eingerollt, meist gebogen und mit violetten Blattscheiden.

Im späten Frühjahr zeigen sich an den Enden der Halme die Ährchen; bei dieser verschiedenährigen Segge sind ist das obere männliche rostbraun und weiß gescheckt und etwa einen Zentimeter lang, die deutlich davon abgesetzten 2-4 unteren weiblich und hellbraun-silbrig glänzend. Ihre rotbraun glänzenden Tragblätter sind bis über einen Zentimeter groß. Die dunkelbraunen Früchte sind elliptisch bis verkehrt-eiförmig, dreieckig und 2-3 Millimeter lang, mit einem gebogenen Schnabel an der Spitze.

Erd-Segge im Garten

Standort

Die Erd-Segge braucht einen basen- und kalkreichen, gut durchlässigen Boden mit reichlich Feinerde, Licht und Wärme. Er sollte nicht zu viele Nährstoffe mitbringen; sie steht am liebsten in der prallen Sonne, und im Winter verträgt sie bis zu -34 °C.

Schnitt

Sommergrüne Gräser wie Carex humilis musst Du nicht unbedingt schneiden, außer aus ästhetischen Gründen. Im Winter helfen die vertrockneten Teile beim Warmhalten des Wurzelwerks und bieten zudem Kleinlebewesen Schutz und Futter. Es reicht vollkommen aus, wenn Du im Frühling die Überreste eine Handbreit über dem Boden kappst und als Mulch oder zum Kompostieren recycelst.

Vermehrung

Mit der Zeit bildet die Erd-Segge von innen heraus verkahlende und nur noch an den Rändern grüne Horste; diese Ringbildung kannst Du verhindern, indem Du die Bestände ab und zu teilst und verpflanzt. Ansonsten lässt sie sich auch mit Samen vermehren.

Verwendung

Die Horste sind gut trittfest und wachsen auch bei starker Beanspruchung sicher wieder nach. Du kannst sie im Garten zur Begrünung von Freiflächen, am Rand von Hecken und Sträuchern oder im Naturgarten und Steingarten einsetzen.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen bei der äußerst robusten und widerstandsfähigen Erd-Segge keine besondere Rolle. Eher machen ihr im Garten ungünstige Bedingungen wie zu reichhaltige Nährstoffversorgung oder Staunässe zu schaffen.

Ökologie

  • Wie alle Seggen verlässt sich auch die Niedrige Segge bei der Bestäubung auf den Wind; Pollen und Nektar gibt es bei den Blüten demzufolge für Insekten nicht zu holen.
  • Dafür dienen die dichten Horste vielen Insekten und anderen Kleinlebewesen als Futter und Unterschlupf.
  • Die Verbreitung der Samen übernehmen Wind und Regen. Einmal auf den Boden gelangt werden sie zudem von Ameisen verschleppt. Zudem können sie dank des Schnabels am Ende auch im Fell von Tieren hängenbleiben.
  • Die eingerollten Blattscheiden deuten darauf hin, dass sie Wasser sparen kann; eine Anpassung an die zeitweise trockenen Standorte mit sandigem Untergrund.
  • Das umfangreiche Wurzelwerk macht die Erd-Segge zu einem guten Bodenfestiger und einer Pionierpflanze auf sandigen Böden.
  • Im Kaukasus gehört die Erd-Segge zu den Bestandsbildnern auf Bergwiesen und die Grundlage für das Grünfutter von Weidetieren.
  • Sie wird vor allem von Schafen und Pferden gerne gefressen.
  • Dort ist sie auch eine wichtige Futterpflanze für den Westkaukasischen Steinbock Capra caucasia.
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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Erd-Segge
Quelle: Vankich1/shutterstock.com
Blüte Erd-Segge
Quelle: Jean-Marie Pagnier, CC BY-SA 2.0 FR, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Erd-Segge
Quelle: BerndH, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Erd-Segge
Quelle: Vankich1/shutterstock.com

Sortentabelle

Carex humilis
Quelle:Vankich1/shutterstock.com
Carex humilisErd-Segge
  • heimisch
PflanzeWuchsStandortBlüte
Erd-SeggeCarex humiliskleine Segge, teppichartiger Wuchs

dicht, teppichartig, horstbildend
20 - 30 cm
25 - 30 cm


Kübel geeignet

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Erd-Segge 'Hexe'Carex humilis 'Hexe'robust und pflegeleicht

dicht, horstig
10 - 15 cm
20 - 30 cm

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Häufige Fragen

Wert für Insekten und Vögel

Erd-Segge ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlingsraupen

Schmetterlingsarten

Käfer

Vögel

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
30.11.2023