Rautenblättrige Glockenblume

Campanula rhomboidalis

Staude
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit
Rautenblättrige Glockenblume (Campanula rhomboidalis) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Pyrenäen und Alpen stammende Glockenblumenart
  • Bis zu 70 Zentimeter hohes aufrechtes Kraut
  • Kantige, nur unten behaarte Stängel und eiförmige bis linealische Blätter
  • Selten verwildert, bisweilen als Zierpflanze
  • Einseitswendige lockere Trauben mit wenigen Blüten
  • Blüten glockenförmig, mit breit dreieckigen Kronzipfeln
  • Bestäubung vor allem durch Bienen und Hummeln
  • Vermehrung mit Samen
  • Liebt stickstoffreiche Lehmböden
  • Für Blumenbeete, Steingärten, Rabatten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 25 - 70 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Glockenblumengewächse
Gattung: Glockenblumen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Rautenblättrige Glockenblume?

Rautenblättrige Glockenblume (Campanula rhomboidalis) ist eine in den Pyrenäen und Alpen beheimatete Pflanze aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae), die man im Tiefland nur selten wild oder aus Gärten verwildert in frischen und nährstoffreichen Wiesen antrifft. Es handelt sich dabei um ein ausdauerndes Kraut, das mit seinen Blütenständen eine Höhe von 70 Zentimetern erreicht. Die aufrechten Stängel sind kantig, kahl und nur unten an den Kanten spärlich langhaarig. Daran stehen die sitzenden, eiförmigen und nach oben hin zusehends ei-lanzettlichen und letztlich fast linealischen Blätter mit unregelmäßig grob gezähntem Rand. Zur Blütezeit sind die grundständigen Blätter bereits verwelkt.

Die radiärsymmetrischen fünfzähligen Blüten sind lang gestielt und bilden meist einseitswendige lockere Trauben mit 4-15 Exemplaren; die Kelchblätter sind grün, linalisch, maximal halb so groß wie die Krone und haben stumpfe Buchten. Die Kronblätter sind am Grunde zu den gattungstypischen Blütenglocken verwachsen; sie sind blauviolett, 12-20 Millimeter lang und weit geöffnet mit breit dreieckigen Kronzipfeln. Als Kapselfrüchte werden 6-9 Millimeter große kahle nickende Porenkapseln gebildet, aus denen die zahlreichen kleinen Samen über Poren ausgestreut werden.

Rautenblättrige Glockenblume im Garten

Standort

An ihren natürlichen Standorten im Gebirge wächst die Rautenblättrige Glockenblume auf frischen und nährstoffreichen, sandig-humosen Lehmböden – sie gilt als Stickstoffzeiger. Sie wächst am liebsten im Halbschatten, vorübergehende Trockenheit verträgt sie besser als Staunässe.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Rautenblättrigen Glockenblume nur zum Entfernen verwelkter Triebe notwendig. Entfernt man regelmäßig die abgeblühten Teile, so blüht sie etwas länger und man kann eine Selbstaussaat verhindern.

Vermehrung

Die Vermehrung der Rautenblättrigen Glockenblume erfolgt am einfachsten mit den reichlich gebildeten Samen.

Verwendung

Die Rautenblättrige Glockenblume ist eine hübsche Bereicherung für Blumen- und Staudenbeete oder einen Steingarten. Auf Terrasse und Balkon in Topf oder Kasten freuen sich Insekten über den gedeckten Tisch.

Schädlinge

Schädlinge spielen bei der recht robusten Rautenblättrigen Glockenblume ebenso wenig eine Rolle wie Krankheiten.

Ökologie

Die kleinen Glockenblumen bieten ihren leicht zugänglichen Pollen und Nektar vielen Insekten an. Hauptbestäuber sind Bienen und kleine Hummeln. Unter den Wildbienen sammelt die namengebende Glockenblumen-Scherenbiene Chelostoma rapunculi den Pollen als Brutnahrung. Schmetterlinge interessieren sich eher für die Blätter als Raupenfutter als für den Nektar.

Wissenswertes

Die Rautenblättrige Glockenblumen ist in deutschen Gärten relativ selten anzutreffen, und in der freien Natur beschränken sich die ursprünglichen Vorkommen auf Pyrenäen, Jura und Westalpen. Während sie dort vielerorts eine Charakterpflanze diverser Pflanzengemeinschaften ist, findet man wilde Vorkommen bei uns nur zerstreut und selten in der Nähe von Freiburg, Meßkirch, Merzig und Siegmundsberg – Tendenz steigend.

Fotos

Gesamte Pflanze Rautenblättrige Glockenblume
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rautenblättrige Glockenblume
Quelle: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wann blüht die Rautenblättrige Glockenblume?

Die Blütezeit der aus den Pyrenäen und Alpen stammenden Rautenblättrigen Glockenblume Campanula rhomboidalis reicht von Juni bis August. Ihre blauen Glocken stehen zu 4-15 in lockeren Trauben und wenden sich typischerweise immer nach einer Seite.

Ökologischer Wert

Rautenblättrige Glockenblume in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

Themen

Pflanzen für Tiere