Zwerg-Birke

Betula nana

Gehölz
Wildform
Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Zwerg-Birke (Betula nana) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Panek, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eiszeitliches Relikt aus der Familie der Birkengewächse
  • Nur etwa 80 Zentimeter hoher, reich verzweigter Strauch
  • Rundliche glänzende Blätter
  • Schwarzgraue Rinde
  • Blüten erscheinen zusammen mit den Blättern
  • Vollkommen frosthart
  • Benötigt viel Feuchtigkeit und Sonne
  • Wenig konkurrenzstark
  • Bestäubung und Verbreitung mit dem Wind
  • Wilde Exemplare bei uns geschützt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 40 - 80 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Buchenartige
Familie: Birkengewächse
Gattung: Birken
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Zwerg-Birke?

Zwerg-Birke oder Polar-Birke (Betula nana) ist eine kleine Birkenart und gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Wild findet man sie nur sehr selten auf offenen Hochmooren oder in Kiefernmooren in den Hochlagen der Mittelgebirge wie Harz, Erzgebirge und Böhmerwald und in den Alpen. Ansonsten wächst sie im subarktischen und arktischen Nordamerika und Eurasien von Schottland und Island bis nach Sibirien hinein.

Es handelt sich bei der Zwerg-Birke um einen niedrigen, reich verzweigten und ausladenden Strauch, der nur 40-80 Zentimeter hoch wird und im Herbst die Blätter verliert. Die Wurzeln bleiben wie bei allen Birken flach. Ihre Zweige sind rundlich, anfangs glänzend, dicht und fein behaart, später verkahlen sie und bekommen eine graubraune bis rotbraune Farbe. Die Borke ist schwarzgrau und blättert kaum ab, die Winterknospen werden etwa zwei Zentimeter lang.

Die wechselständig stehenden, rundlichen bis nierenförmigen Blätter sind 5-12 Millimeter groß, breiter als lang und fast kreisrund, mittelgrün und glänzend mit kurzem Stiel und einem stumpf gekerbten Rand. Im Herbst verfärben sie sich gelb bis rot.

Die Blüten erscheinen in eingeschlechtlichen Kätzchen an der einhäusigen Pflanze. Dabei werden die walzenförmigen männlichen Exemplare bereits im Sommer gebildet und überwintern von den dichtstehenden Deckschuppen geschützt bis zum darauffolgenden Frühjahr. Sie stehen in den Blattachseln der vorjährigen Langtriebe, stehen aufrecht und erreichen eine Länge von bis zu 15 Millimetern. Die einzelnen Blüten sind unscheinbar, mit einer reduzierten doppelten Blütenhülle und zwei bis zum Grund geteilten Staubblättern.

Die weiblichen Kätzchen überwintern ebenfalls in Knospen und öffnen sich, sobald das Laub erscheint. Sie werden 7-10 Millimeter lang und 5 Millimeter breit und stehen ebenso wie die männlichen aufrecht. Die Frucht ist eine kleine elliptische Nuss mit breiten Flügeln; sie ist etwa 2 Millimeter lang und einen Millimeter breit.

Zwerg-Birke im Garten

Standort

Die Zwerg-Birke bevorzugt einen nassen, nährstoff- und basenarmen, gut durchlässigen sauren Torfboden. Kalk verträgt sie nicht. Sie ist voll frosthart, benötigt reichlich Licht und Sonne und kommt auch mit exponierten Standorten gut klar.

Schnitt

Schneiden sollte man die Zwerg-Birke, wenn überhaupt, im späten Winter oder zeitigen Frühjahr. Dabei entfernt man parallele und überkreuzende Äste.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Samen ist möglich, aber langwierig; es sind Kaltkeimer. Daher wird man in der Regel auf junge Pflanzen aus der Baumschule zurückgreifen. Im Sommer kann man auch halbverholzte Stecklinge in die Erde stecken, und okulieren auf wüchsige Verwandte ist im Winter möglich. Die eigentständige Ausbreitung über Brutwurzeln erfolgt bei uns eher spärlich.

Verwendung

Mit ihrer geringen Größe ist die Zwerg-Birke auch für kleine Gärten geeignet. Sie lässt sich als Solitär oder in kleinen Gruppen heckenförmig pflanzen; dabei sind ihre Vorlieben für feuchte und torfige Böden zu berücksichtigen. Sie macht sich daher gut im morastigen Uferbereich von Gartenteichen. Stein- und Heidegärten sind ihr in der Regel zu trocken.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen bei der robusten Betula nana kaum eine Rolle. Bestenfalls Blattläuse siedeln sich auf den Blüten und dem frischen Blattgrün an, ohne den Pflanzen nachhaltig zu schaden.

Ökologie

Die Verbreitung der geflügelten Früchte erfolgt mit Wind und Wasser, die Bestäubung übernimmt der Wind.

Wissenswertes

Die Zwerg-Birke ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit und nur noch selten in Moorgesellschaften anzutreffen. Sie benötigt eher arktische Verhältnisse und hat sich daher bis auf die Moore der Höhenlagen von Alpen und Mittelgebirgen zurückgezogen. Wegen ihrer Konkurrenzschwäche und Empfindlichkeit gegenüber veränderten Klima- und Standortbedingungen gilt die Art bei uns als gefährdet, während sie in Skandinavien zu den häufigen Charakterpflanzen vieler Landschaften zählt. Dort findet man sie häufig vergesellschaftet mit Krähen- und Moosbeeren. Hier werden die Büsche auch als Brennholz verwendet, und die jungen Triebe sind ein beliebtes Futter für Hirsche und Elche.

Sie bildet häufig Bastarde mit anderen Birkenarten, die eine genaue Bestimmung erschweren, beispielsweise B. x fennica (B. x plettkei) mit der Hängebirke Betula pendula.

Fotos

Gesamte Pflanze Zwerg-Birke
Quelle: Panek, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Zwerg-Birke
Quelle: El Grafo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Zwerg-Birke
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie groß wird Zwerg-Birke?

Die Zwerg-Birke gehört zu den kleinsten Birkenarten – sie wird nur 40-80 Zentimeter hoch und bildet einen reich verzweigten kleinen Strauch mit rundlichen Blättern und schwarzgrauer Borke. Sie gilt als Relikt aus der Eiszeit und tritt bei uns nur selten in den Hochmooren von Alpen und Mittelgebirgen auf.

Ökologischer Wert

Zwerg-Birke in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

Themen

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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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