Alpen-Aster

Aster alpinus

Staude
Wildform
Alpen-Aster (Aster alpinus) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Joan Simon from Barcelona, España, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Korbblütler
  • Relikt der letzten Eiszeit
  • Nur bis zu 30 Zentimeter hoch, mit aufrechten Stängeln
  • Behaarte dunkelgrüne und spatelförmige Blätter
  • Gänseblümchenartige Körbchen mit gelben Röhrenblüten und violetten Zungenblüten
  • Leichte Vermehrung mit Samen oder durch Teilung
  • Bestäubung vorwiegend durch Schmetterlinge
  • Pflegeleicht, robust und frosthart
  • Gut geeignet für Steingärten und Trockenmauern
  • Zahlreiche bunte Sorten im Handel erhältlich
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: stark
Höhe: 15 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Astern
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Alpen-Aster?

Die Alpen-Aster, Alpen-Sternblume oder Gamswurz (Aster alpinus) wächst, wie der Name bereits andeutet, ziemlich selten wild in sonnigen Steinrasen, Silikatfluren und Almen der submontanen und alpinen Höhenstufe. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Europa über Zentralasien und Sibirien bis nach Nordamerika.

Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wird 15-30 Zentimeter hoch und bis zu einem halben Meter breit. Es handelt sich dabei um eine gruppenbildende ausladende Staude mit horizontal wachsenden Rhizomen und aufrechten oder aufsteigenden, selten verzweigten Stängeln. Daran stehen wechselständig und eher spärlich die kurz gestielten spatelförmigen bis schmal-lanzettlichen mittelgrünen Blätter. Sie sind sommergrün und weisen drei Blattnerven und eine weiche Behaarung auf der Fläche auf. Die meisten davon finden sich in der grundständigen Blattrosette, in der sie mit 30-40 Millimetern Länge und 6-8 Millimetern Breite am größten sind.

Im Sommer erscheinen die bis zu fünf Zentimeter breiten Blütenstände, die ein wenig an falsch gefärbte Gänseblümchen erinnern. Jeder Stängel trägt nur ein einzelnes endständiges großes Köpfchen mit 20-40 violetten weiblichen Zungenblüten außen und ebenso vielen gelben zwittrigen Röhrenblüten in der Mitte. Um den Korbboden herum stehen mehrere Reihen von lanzettlichen Hüllblättern, die Kelchblätter der einzelnen Blüten sind zu kleinen Schuppen reduziert. Aus den unterständigen Fruchtknoten entwickeln sich 3-4 Millimeter lange spitz-eiförmige braunschwarze Achänen mit einem borstigen gelben Pappus von 4-5 Millimetern Länge.

Alpen-Aster im Garten

Standort

Wie an ihren Standorten im Gebirge bevorzugt die Alpen-Aster einen feuchten und basenreichen, vorzugsweise kalkhaltigen und mäßig sauren bis milden humosen und flachgründigen, steinigen Ton- oder Lehmboden. Am besten pflanzt man sie in voller Sonne, denn hier blüht sie am reichhaltigsten und wird nur selten von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Sie verträgt Trockenheit recht gut, sollte aber im Sommer regelmäßig gegossen werden. Im Winter sind sie vollkommen frosthart bis -28 °C.

Schnitt

Nach der Blüte kann man die Alpen-Aster im Herbst gründlich zurückschneiden. Damit verhindert man eine Selbstaussaat und sorgt dafür, dass die Pflanzen schön buschig wachsen und im folgenden Jahr munter blühen.

Vermehrung

Im Herbst kann man die Samen aus den Köpfchen fürs folgende Jahr sammeln. Die Aussaat erfolgt im Herbst oder Frühjahr. Vorhandene Gruppen lassen sich am besten im Herbst aufteilen.

Verwendung

Die großen Stauden mit ihren leuchtenden Blüten sind hervorragend für den Vordergrund von Staudenbeeten, Rabatten, Trockenmauern und Steingärten geeignet. In kleinen Gruppen kommen sie am besten zur Geltung, und sie lassen sich gut mit vielen anderen ähnlich niedrigen Gewächsen kombinieren. In Töpfen lassen sie sich auch auf Balkonen und Terrassen anpflanzen, oder man verwendet sie als bunte Dachbegrünung.

Schädlinge

Wer Alpen-Astern aussät wird sich oft über Schneckenfraß ärgern. Ansonsten finden sich Nematoden und Blattläuse an den Pflanzen. Insgesamt ist sie aber recht robust gegenüber Pilzerkrankungen wie Grauschimmel und Mehltau.

Ökologie

Hauptbestäuber der Alpen-Aster sind Schmetterlinge. Die Verbreitung der Samen erfolgt mit Hilfe des Windes und Ameisen.

Wissenswertes

In Mitteldeutschland findet man die Alpen-Aster nur noch sehr selten als Relikt der letzten Eiszeit. In den Alpen gilt sie als nicht gefährdet. Sie benötigt mindestens 90 frostfreie Tage, um zu wachsen und zu blühen. Im Sommer übersteht sie gegebenenfalls sogar Flächenbrände.

Im Gartenfachhandel gibt es eine Menge unterschiedlicher Sorten mit verschieden gefärbten Zungenblüten, etwa ‚Dark Beauty‘ mit purpurfarbenen, ‚White Beauty‘ mit weißen und ‚Wargrave Variety‘ mit rosa Blüten. Sie sind mindestens ebenso vielfältig wie die zahlreichen Unterarten und Varietäten, die einige Botaniker bei der höchst variablen Pflanze unterscheiden.

Fotos

Gesamte Pflanze Alpen-Aster
Quelle: Joan Simon from Barcelona, España, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Blüte Alpen-Aster
Quelle: Andrew Bossi, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Sorten Alpen-Aster

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Alpen-Aster (Wildform) violett
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Alpen-Aster 'Albus' weiß
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Alpen-Aster 'Dunkle Schöne' violett
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Alpen-Aster 'Happy End' -
Alpen-Aster 'Antje' -
Alpen-Aster 'Sabine' -
Alpen-Aster 'Weiße Schöne' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wie groß wird Alpen-Aster?

Die Alpen-Aster erreicht eine Wuchshöhe von 15-30 Zentimetern und eine Breite von bis zu 45 Zentimetern. Besonders auffällig sind die zahlreichen, meist violetten Gänseblümchen, die im Früh- und Hochsommer erscheinen. Der Standort darf eher trocken und gerne kalkig und steinig sein und sollte vorzugsweise in der vollen Sonne liegen.

Ökologischer Wert

Alpen-Aster in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.