Felsen-Steinkraut

Alyssum saxatile

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: Prazak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer polsterbildender Kreuzblütler
  • 20-30 Zentimeter hoch
  • Zahlreiche kleine Blüten in dichten Trauben
  • Selten wild und unter Naturschutz stehend.
  • Als Zierpflanze anspruchslos, robust und winterhart
  • Vor allem für Steingärten und Mauern geeignet
  • Braucht volle Sonne und verträgt stehende Nässe nicht
  • Gute Bienenweide, Pollenlieferant für Wildbienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Vermehrung mit Samen, durch Teilung oder mit Stecklingen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 20 - 30 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütlergewächse
Gattung: Steinkräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Felsen-Steinkraut?

Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist in deutschen Gärten wesentlich öfter anzutreffen als in freier Wildbahn. Hier findet man das ausdauernde Kraut nur selten in sonnigen Felsband-Gesellschaften und Kalk- und Silikatfelsfluren Bayerns und Sachsens.

Es handelt sich dabei um ein Kraut mit kräftiger faseriger Wurzel, das 20-30 Zentimeter hohe dichte Polster bildet. Die einzelnen Pflanzen sind im unteren Teil verholzt und haben einen aufrechten oder aufsteigenden, mäßig verzweigten und fein behaarten Stängel. An ihm sitzen die graugrünen, verkehrt-eiförmigen bis spatelförmigen Blätter in einer dichten Rosette, die sich mit kleineren Blättern am Stängel hinauf fortsetzt. Im unteren Teil werden sie bis zu 20 Zentimeter lang, sie sind ungeteilt mit gezähntem Rand oder angedeutet gebuchtet fiederspaltig.

Bei den Blütenständen handelt es sich um Schirmtrauben, die mit weiteren Blüten allmählich zu einer langen Traube auswachsen. Die zwittrigen strahligen Blüten sind typische vierzählige Kreuzblüten, mit behaarten grünen 2-4 Millimeter langen verkehrt-eiförmigen Kelchblättern und gelben, ebensfalls verkehrt eiförmigen Kronblättern mit ausgebuchteter Spitze, die 3-5 Millimeter lang werden. Sie riechen intensiv honigartig. Die Früchte sind lang gestielte rundliche Schötchen mit flachen rotbraunen Samen, die einen großen umlaufenden Flügel aufweisen.

Felsen-Steinkraut im Garten

Standort

Das Felsen-Steinkraut wächst auf so ziemlich jedem Gartenboden, bevorzugt aber einen trockenen und warmen, basenreichen und flachgründigen Steinboden, vorzugsweise mit reichlich Kalk, und das in voller Sonne. Mit Staunässe bringt man es zuverlässig um.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der pflegeleichten Pflanze nur selten notwendig, bestenfalls zur Beseitigung vertrockneter Reste. Da das Felsen-Steinkraut an der Basis verholzt empfiehlt sich ab und zu ein Verjüngungsschnitt, wenn die Staude zu verkahlen droht.

Vermehrung

Die Vermehrung des Felsen-Steinkrautes erfolgt mit Samen oder durch Teilung vorhandener Bestände. Auch Stecklinge sind möglich.

Verwendung

Das polsterbildende Felsen-Steinkraut ist schon beinahe ein Muss für jeden Steingarten und ziert ebenso grobfugige Mauern wie auch Kästen auf Balkon und Terrasse.

Schädlinge

Das Felsen-Steinkraut ist äußerst robust und hat so gut wie nie mit Krankheiten oder Schädlingen zu kämpfen. Nur überdüngte oder zu schattig stehende Exemplare sind häufig von Blattläusen übersät.

Ökologie

Die duftenden Blüten des Felsen-Steinkrautes sind im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Honigbienen. Den Pollen sammeln die Wildbienen Andrena tscheki, Andrena dorsata und Andrena flavipes sowie Lasioglossum nitidulum für ihre Jungen. Das Kraut dient als Nektarquelle für die Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca) und als Raupenfutter für den Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) und den Gemeinen Blattspanner (Xanthorhoe fluctuata).

Wissenswertes

Inzwischen betrachten Botaniker das Felsen-Steinkraut als eine eigene Gattung Aurinia, ebenfalls mit dem Artnamen saxatilis. In Deutschland stehen wild wachsende Exemplare unter Naturschutz.

Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel eine große Anzahl von Zuchtsorten mit unterschiedlich kompaktem Wuchs und Blütendichte. Sie blühen in verschiedenen Gelbtönen oder weiß bis cremefarben.

Fotos

Gesamte Pflanze Felsen-Steinkraut
Quelle: Prazak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Felsen-Steinkraut
Quelle: Père Igor, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Felsen-Steinkraut

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Felsen-Steinkraut (Wildform) gelb
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Felsen-Steinkraut 'Compactum Goldkugel' gelb
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Felsen-Steinkraut 'Compactum' gelb
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Felsen-Steinkraut 'Sulphureum' gelb
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wann soll man Felsen-Steinkraut säen?

Die Aussaat von Samen erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr ab März. Die Samen sind Lichtkeimer, die man nur leicht auf die Erde andrücken darf. Wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit und etwas Wärme, damit sie zuverlässig keimen.

Ökologischer Wert

Felsen-Steinkraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
4