Winterzwiebel,Lauchzwiebel

Allium fistulosum

Zwiebel
Wildform
winterhart
Winterzwiebel (Allium fistulosum) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Dalgial, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Fernost stammende Zwiebelart
  • Im Lebensmittelhandel als Frühlingszwiebel verkauft
  • Unauffällige Zwiebeln mit ausgeprägten hohlen Blättern
  • Kugelige weiße Blütendolden
  • Vermehrung mit Samen und Tochterzwiebeln
  • Beliebt vor allem in der asiatischen Küche
  • Pflegeleicht und mehrjährig
  • Für durchlässige und nährstoffreiche Böden
  • Darf nicht überdüngt werden
  • Einhalten der Fruchtfolge verhindert Schädlinge und Erkrankungen
Wuchs
Pflanzenart: Zwiebel
Höhe: 40 - 80 cm
Wurzelsystem: Zwiebel
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Spargelartige
Familie: Amaryllisgewächse
Gattung: Lauch
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Winterzwiebel?

Winterzwiebel, Schnittzwiebel, Röhrenzwiebel, Zwiebellauch, Frühlingszwiebel oder Schlotte – die deutschen Namen von Allium fistulosum sind vielfältig. Sie ist eine Gewürz- und Gemüsepflanze aus dem südlichen Sibirien, die man bei uns nur selten verwildert antrifft und die zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) gehört. Es handelt sich dabei um eine ausdauernde, winterharte Pflanze, die viel Blattgrün, aber kaum nennenswerte längliche weiße oder rosa überlaufene Zwiebeln hervorbringt. Neben der Hauptzwiebel produziert sie zahlreiche Tochterzwiebeln, die der vegetativen Vermehrung dienen.

Sie bilden runde und innen hohle, oft aufgeblasen erscheinende Blätter, wobei die untersten nach und nach absterben. Im Winter bleiben die Reste bis zum ersten Frost stehen, um dann im darauffolgenden Frühjahr neu auszutreiben. Die Blattstiele sind bei dieser Art etwa genauso lang wie die Blätter. Die etwa einen Zentimeter großen Blüten erscheinen in kugeligen Dolden, die bis zu 10 Zentimeter groß werden. Ihre weißen Perigonblätter sind ei-lanzettlich und spitz zulaufend. Alle Staubblätter sind ungezähnt und ragen weit über die Blütenhülle hinaus, die Kapseln braun, die darin befindlichen Samen dreikantig, 2-3 Millimeter lang und schwarz.

Winterzwiebel im Garten

Standort

Winterzwiebel bevorzugen einen gut drainierten und humosen Gartenboden mit viel Sonne und Wärme. Im Schatten gedeihen sie nicht und werden anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Man sollte die Fruchtfolge einhalten, um Schädlingen wie den Stängelälchen keinen Vorschub zu leisten und eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Schnitt

Hält man den Zwiebellauch mehrjährig, kann man das Kraut drei bis vier Monate nach der Aussaat ernten. Man kann zwei oder drei Ernten im Jahr einfahren, oder man schneidet nur gerade so viel von dem Blattwerk ab, wie man aktuell in der Küche benötigt. Beginnen die Pflanzen bereits Blütenstände zu treiben werden sie holzig; daher wartet man besser nicht so lange ab.

Vermehrung

Vermehren lässt sich die Winterzwiebel durch Aussaat an Ort und Stelle oder vegetativ durch Teilung der vorhandenen Bestände. Der frühestmögliche Saattermin liegt im März oder April. Man kann sie natürlich auch im Haus vorziehen.

Verwendung

Als Gemüse ist die Winterzwiebel für den Nutzgarten prädestiniert.

Schädlinge

Die Winterzwiebel ist für die gleichen Krankheiten und Schädlinge empfindlich wie andere Zwiebelsorten. Dazu gehören Mehltau, Thripse, Lauchmotten und Minierfliegen. Organischer Dünger macht die Pflanzen empfindlich für einen Befall mit der Zwiebelfliege.

Ökologie

Die Bestäubung der Winterzwiebel erfolgt durch Insekten.

Wissenswertes

Der Artname fistulosum bedeutet fistelig, innen hohl, womit das Innere der Blätter gemeint ist.

Von der Winterzwiebel gibt es eine ganze Reihe von Sorten mit unterschiedlicher Zwiebelbildung, Wüchsigkeit und Frosthärte. Im Fernen Osten, vor allem in ost- und südostasiatischen Ländern ist sie wesentlich beliebter als unsere Küchenzwiebel, da sie auch mit tropischen Bedingungen problemlos klarkommt. In China ist sie seit dem 2. Jahrhundert v. Chr., in Japan ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen, und mittlerweile ist sie auch in Afrika und vielen weiteren Ländern sehr beliebt.

In der Küche nutzt man die Frühlingszwiebeln für Salate, Suppen und Eintöpfe, Nudeln oder in Wok-Gerichten; ihre Zwiebeln schmecken weniger streng als die anderer Zwiebeln, dafür sind die Blätter etwas würziger. Sie werden frisch gegessen, da der Geschmack beim Trocknen verloren geht. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verwendet sie als Heilpflanze.

Fotos

Gesamte Pflanze Winterzwiebel
Quelle: Dalgial, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Knospe Winterzwiebel
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Winterzwiebel
Quelle: Dalgial, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Was ist Winterzwiebel?

Die Winterzwiebel kennt man aus dem Lebensmittelhandel besser unter der Bezeichnung Frühlingszwiebel. Sie bildet keine ausgeprägten Zwiebeln wie die Küchenzwiebel, sondern ähnelt eher dem Lauch. Allerdings sind bei ihr die Blätter hohl und stehen zweizeilig übereinander. Die weißen Anteile sind milder als normale Zwiebeln, wohingegen die grünen Blätter recht aromatisch schmecken. Im Garten lassen sich die Pflanzen mehrjährig anbauen; man sollte sie rechtzeitig vor der Blüte ernten, da sie danach faserig werden und einen strengeren Geschmack bekommen.

Ökologischer Wert

Winterzwiebel nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

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