Kalmus

Acorus calamus

Staude
Wildform
Schmetterlingspflanze
Kalmus (Acorus calamus) Alle 2 Fotos anzeigen
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aromatisch duftende Sumpfpflanze
  • Ursprünglich in China beheimatet
  • Für die Uferbepflanzung von Gartenteichen
  • Benötigt ständige Überflutung
  • Schnell ausbreitend und pflegeleicht
  • Kolbenförmige Blütenstände, bei uns nie fruchtbildend
  • Alte Heilpflanze für Magen-Darm-Erkrankungen
  • Enthält etherische Öle
  • Nicht im Übermaß genießen, da leicht giftig
  • Fraßschäden bestenfalls durch Wildschweine
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 60 - 100 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: lehmig
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kalmusartige
Familie: Kalmusgewächse
Gattung: Kalmus

Was ist Kalmus?

Kalmus (Acorus calamus) ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die man auf der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet an den Rändern von Gewässern findet. Das Mitglied der Kalmusgewächse (Calamaceae) entspringt einem fleischigen Rhizom und wird bis zu einem Meter hoch. Die Stängel sind dreikantig, die schwertförmigen glänzend-grünen Blätter stehen zweizeilig und erinnern im Wuchs an die der Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), mit der man ihn – wie ihr lateinischer Name kalmusähnlich verrät - ohne Blüten leicht verwechselt. Beim Kalmus sind allerdings die Blättränder charakteristisch gewellt, bei Schwertlilien platt.

Bei den Blütenständen handelt es sich um langgestreckte zylindrische Kolben, die am Ende der Stängel erscheinen. Das Hochblatt (Spatha) setzt den Stängel fort, sodass die Kolben scheinbar seitlich aus der Pflanze hervortreten. Der Blütenstand ist anfangs gelbgrün und nimmt mit der Zeit eine rötlichere Färbung an. In Mitteleuropa reifen die unscheinbaren Blüten nur äußerst selten zu roten Früchten heran.

Kalmus im Garten

Standort

Hauptsache nass – Kalmus fühlt sich in der Uferbepflanzung von Gartenteichen oder Bachläufen am wohlsten. Man muss nur darauf achten, dass er nicht dank Rasendüngung und Algenwachstum im Sommer allzu viele Nährstoffe abbekommt, da er sich sonst rasend schnell verbreitet. Der Standort muss dauerfeucht sein, eine Trockenphase übersteht die Staude nicht. Sonne oder Halbschatten sind optimal.

Schnitt

Schneiden der majestätisch aufragenden Pflanzen ist nicht nötig – man schneidet nur am Rhizom herum, wenn es sich zu stark ausbreitet oder wenn man Ableger machen möchte.

Vermehrung

Am einfachsten ist eine Vermehrung von Kalmus mit Ablegern möglich, die man von Teilen des Rhizoms abschneidet. Eine Aussaat mit Samen wäre prinzipiell möglich, aber die Pflanzen bilden in unseren Breiten nur selten Samen, der zudem extrem langsam keimt und wächst.

Verwendung

Kalmus gehört in die Uferbepflanzung jeden Gartenteiches. Hierfür eignen sich vor allem die im Gartenfachhandel erhältlichen Zuchtsorten, die etwas kleiner ausfallen als die Wildform und sich nicht ganz so schnell ausbreiten. Sie lassen sich hervorragend mit anderen Teichpflanzen wie Sumpfdotterblumen, Rohrkolben und Seerosen kombinieren.

Schädlinge

Vor allem dank seiner zähen Blätter und etherischen Öle hat der Kalmus selten mit Schädlingen und Krankheiten zu tun. Mit dem größten Liebhaber seiner fleischigen Rhizome bekommt man es im heimischen Garten hoffentlich nicht zu tun: Wildschweine wühlen mit Vorliebe die aromatischen Wurzeln aus dem Morast.

Ökologie

Bienen und Schmetterlinge findet man an dem asiatischen Exoten selten. Im heimischen China und östlichen Russland dienen die Blätter und Stängel der Rundstirnmotte (Lepidotarphius perornatella) als Raupenfutter, bei uns die der Schwertlilienmotte (Celaena leucostigma). Beide fressen sich durch das Grün verschiedener Uferpflanzen. Die Bestäubung erfolgt ähnlich wie bei den nahe verwandten Aronstabgewächsen: In den Kolben wird die Glykolyse entkoppelt, was Wärme freisetzt und Fliegen zur Eiablage anlockt. Bei uns verhindern die klimatischen Bedingungen die Bildung der beerenartigen roten Früchte, die in seiner Heimat den reifenden Kolben überziehen.

Wissenswertes

Der Name des Kalmus kommt aus dem Griechischen, wo kálamos Schilfrohr bezeichnet. Er ist eine uralte Heilpflanze, die man zu diesem Zweck bereits im späten Mittelalter aus China importiert und in Klostergärten angebaut hat. Er wird in alten Kräuterbüchern ausführlich besprochen und kam damals wie heute vor allem mit seiner karminativen Wirkung auf die Verdauungsorgane zur Anwendung.

Biologisch aktive Substanzen der „Magenwurz“ sind etherische Öle, die einen leichten Kampfergeruch haben und sich vor allem im Rhizom der Pflanze konzentieren. Diese wird regional auch als „deutscher Ingwer“ bezeichnet. Kampferwurzel ist Bestandteil vieler Magenbitter, Kräuterliköre und Schnäpse, etwa der bekannten „Schwedenkräuter“.

Neben der Wildform gibt es kleinere Zuchtsorten, die weniger stark wachsen und sich besser für einen kleinen Gartenteich eignen.

Fotos

Gesamte Pflanze Kalmus
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kalmus
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Kalmus

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Kalmus (Wildform) grün
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Kalmus 'Variegatus' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Für was ist die Kalmuswurzel gut?

Die Traditionelle Chinesische Medizin nutzt Kalmus seit Jahrhunderten. Im Orient gilt er unter anderem wegen seiner „eregierten“ Blütenstände als Aphrodisiakum. Bei uns setzt ihn die Naturheilkunde als Karminativum für Beschwerden des Magen-Darm-Traktes ein. Er hilft bei Krämpfen, Verdauungsproblemen und Blähungen. Dazu zerkleinert und trocknet man den geschälten Wurzelstock der Uferpflanze, die in der Pharmazie unter der Bezeichnung Calami rhizoma läuft und neben den etherischen Ölen Asaron und Eugenol Gerbstoffe und den Bitterstoff Acorin enthält.

Die einfachste Anwendung ist ein Absud, den man kurz aufkocht, ziehen lässt und anschließend abseiht. Das aus der Kalmuswurzel gewonnene etherische Öl verwendet man äußerlich zur Linderung rheumatischer Beschwerden und in vielen Hautpflegeprodukten. Ein Stück getrocknete Kalmuswurzel hilft Kindern beim Zahnen oder bei Zahnfleischentzündungen.

Inzwischen betrachtet man Kalmus kritisch, denn ausgerechnet das etherische Asaron steht im Verdacht krebserregend zu sein. Man sollte ohnehin nicht allzu große Mengen Kalmustee trinken oder Kalmuswurzeln kauen, da sie eine leicht halluzinogene Wirkung haben. Daher stuft man ihn mittlerweile als gesundheitsschädlich ein. In der Lebensmittelindustrie sind nur geprüft Asaron-arme Kalmuswurzeln zur Herstellung von Likören oder Tees erlaubt.

Wie riecht Kalmus?

Für den charakteristischen Geruch des Kalmus sind etherische Öle verantwortlich. In den fleischigen Wurzelstöcken können sie bis zu zehn Prozent des Frischgewichtes ausmachen. Die wichtigsten Vertreter sind Asaron und Eugenol, die an Kampfer und Gewürznelken erinnern.

Wo wächst Kalmus?

Kalmus findet man in den Feuchtgebieten auf der gesamten nördlichen Hemisphäre. Er wächst bevorzugt im Randbereich von Gewässern wie Seen, Teichen und Tümpeln.

Ökologischer Wert

Kalmus in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Kalmus passt gut zu

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere