Balkan-Bärenklau

Acanthus hungaricus

Staude
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit
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Gesamte Pflanze von Balkan-Bärenklau

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vom Balkan stammendes Akanthusgewächs
  • Beliebte Zierpflanze mit großen fiederteiligen Blättern und kräftigen Blütenständen
  • Bis zu fünf Zentimeter lange, zweilippige Blüten
  • Im Gegensatz zu anderen Acanthus-Arten nicht oder nur wenig stachelig
  • Verträgt auch Halbschatten und Trockenheit
  • Vermehrung mit Samen oder Wurzelstücken
  • Für Staudenbeete, Steingärten oder Unterwuchs von Gehölz
  • Seit der Antike Vorlage für dekoratives Akanthuslaub
  • Als Heilpflanze heute nicht mehr gebräuchlich
  • Nicht mit dem giftigen Riesen-Bärenklau verwandt
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 100 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
j
f
m
a
m
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a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Akanthusgewächse
Gattung: Akanthus
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Balkan-Bärenklau?

Balkan-Bärenklau, Ungarischer Bärenklau oder Ungarischer Akanthus (Acanthus hungaricus) gehört zur Gattung Acanthus, einer Gruppe von etwa 30 Stauden, die vorwiegend am Mittelmeer auf trockenen und felsigen Standorten gedeihen. Wie der Name bereits erahnen lässt stammt diese Art vom Balkan, von Rumänien, Serbien und Kroatien herunter bis nach Griechenland. Besonders interessant sind die Mitglieder aus der gleichnamigen Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae) wegen ihrer schön geformten Blätter, die schon früh als Akanthuslaub Eingang in die Kunst gefunden haben und welche den Akanthus zu einer beliebten Zierpflanze machen.

Der Balkan-Bärenklau ist eine büschelig wachsende mehrjährige Staude mit kräftigem tiefreichendem Rhizom und dunkelgrünen, verkehrt eiförmigen und tief fiederteiligen, Löwenzahn-ähnlichen Blättern, die sich in den Stängel hinein verschmälern und am Rand tief gelappt erscheinen. Sie stehen vorwiegend in einer grundständigen Blattrosette, werden bis über einen halben Meter lang und weisen breite geflügelte Mittelrippen auf. Einzelne Pflanzen werden 60-120 Zentimeter hoch und 60-90 Zentimeter breit. Im Gegensatz zu vielen Verwandten sind ihre Blätter nicht oder nur wenig stachelig.

Die auffälligen, bis über fünf Zentimeter großen weißen oder blass rosafarbenen Blüten erscheinen in 60-75 Zentimeter langen, kräftigen Ähren zwischen purpurfarbenen stacheligen Hochblättern. Sie lassen ihre Verwandtschaft mit den Lippenblütlern (Lamiaceae) deutlich erkennen: Sie sind zygomorph, zwittrig mit doppelter Blütenhülle und weisen eine Oberlippe und eine Unterlippe auf. Oft stehen sie in vier Reihen übereinander. Die Krone steht zwischen zwei großen und zwei kleinen stacheligen, grünen oder violetten Kelchblättern. Als Früchte werden dunkelbraune eiförmige Kapseln gebildet, die in zwei Fächern zwei bis vier abgeflachte Samen enthalten.

Balkan-Bärenklau im Garten

Standort

Der Balkan-Bärenklau ist wenig anspruchsvoll und nimmt mit jeder halbwegs fruchtbaren und tiefgründigen Erde vorlieb. Vorzugsweise ist sie lehmhaltig, aber gut durchlässig. Sonne oder Halbschatten werden bevorzugt. Gleichmäßige Feuchtigkeit lässt den Akanthus am besten gedeihen, er kommt aber auch problemlos mit längeren Trockenphasen zurecht. Dagegen ist Staunässe absolut tödlich.

Beim Auspflanzen sollte man daran denken, dass die großen Stauden etwas Platz an den Seiten brauchen, damit sie auch schön zur Geltung kommen. Eingeklemmt sehen sie nach nichts aus.

Etwas Frost vertragen die Pflanzen, aber in den zweistelligen Minusbereich dürfen die Temperaturen im Winter nicht fallen. In stark frostgefährdeten Gebieten hält man sie am besten im Wintergarten oder im Gewächshaus; als Kübelpflanze lässt er sich im Haus überwintern.

Schnitt

Schneiden ist nur zum Beseitigen verwelkter Pflanzenteile notwendig. Man kann diese aber auch problemlos über Winter stehenlassen, denn selbst vertrocknet bleiben die Samenstände noch sehr dekorativ. Dann sollte man sie spätestens im Frühling kappen, kurz bevor der neue Austrieb erscheint.

Will man den Balkan-Bärenklau versetzen wird man sich über die tiefen Wurzeln wundern. Und darüber, dass selbst die kleinsten Reste davon bereits nach kurzer Zeit neue Pflanzen bilden.

Vermehrung

Die Samen des Akanthus kann man im zeitigen Frühjahr an Ort und Stelle im Garten aussäen. Die Dunkelkeimer muss man einen Fingerbreit mit Erde bedecken, damit sie zuverlässig keimen. Sie erscheinen nach und nach und brauchen teilweise etwas länger. Teilen lassen sich die Stauden im Frühling oder im Herbst, und Wurzelschnittlinge vom Rhizom kann man im Winter abnehmen. Dazu schneidet man handbreite Teile davon ab und setzt sie in sandige feuchte Erde.

Verwendung

Mit seinen dekorativen Blättern und Blütenständen ist der Balkan-Bärenklau ein wunderbarer Blickfänger für den Hintergrund eines Staudenbeetes oder unterhalb von Bäumen und Sträuchern. Mit seiner Trockenverträglichkeit ist er aber auch für den Steingarten gut geeignet. Als Kübelpflanze macht er auch auf Balkon und Terrasse eine gute Figur.

Schädlinge

Der Balkan-Bärenklau ist recht robust, wird aber bisweilen von Mehltau geplagt, vor allem bei zu feuchtem Stand.

Ökologie

Die riesigen Blüten des Akanthus sind für kleine Insekten nicht zugänglich; den Weg zum Nektar und Pollen finden nur kräftige Tiere wie die großen Hummeln (Bombus spec.) oder Holzbienen (Xylocarpa spec.), welche mit ihrem Gewicht die Unterlippen herunterklappen können.

Wissenswertes

Mit dem giftigen und schwere Sonnenbrand-ähnliche Verbrennungen hervorrufenden Bärenklau aus der Familie der Doldengewächse (Apiaceae) wie der Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) hat der harmlose und ungiftige Ungarische Bärenklau nichts zu tun. Vielmehr wurden die Wurzeln bereits in der Antike zu medizinischen Zwecken genutzt, insbesondere bei Brandwunden und stumpfen Verletzungen, wie bereits Plinius d.Ä., Vergil und Dioskurides berichten. Der botanische Gattungsname leitet sich vom griechischen Namen der Pflanze, akanthosder Dornige ab.

Bekannt geworden ist der Balkan-Bärenklau wegen seines unverkennbaren Blattwerkes. Schon die alten Griechen nahmen die Akanthusblätter als Vorbild für dekorative Elemente, die man in der bildenden Kunst bis heute weiter verwendet.

Andere Bezeichnungen für den Balkan-Bärenklau sind die Synonyme Acanthus balcanicus (Balkan-Akanthus) und Acanthus longifolius (Langblättriger Akanthus).

Fotos

Gesamte Pflanze Balkan-Bärenklau
Quelle: NaturaDB
Blüte Balkan-Bärenklau
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Balkan-Bärenklau
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Balkan-Bärenklau
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Balkan-Bärenklau
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Balkan-Bärenklau
Quelle: NaturaDB
Blatt Balkan-Bärenklau
Quelle: NaturaDB

Sorten Balkan-Bärenklau

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Balkan-Bärenklau (Wildform) violett
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Balkan-Bärenklau 'White Lips' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Balkan-Bärenklau giftig?

Im Gegensatz zum Wiesen-Bärenklau oder Riesen-Bärenklau ist der Balkan-Bärenklau harmlos. Er gehört zu den Akanthusgewächsen und ist damit näher mit Lippenblütlern wie Taubnessel oder Schwarznessel verwandt. Dagegen gehören die „bösen“ Bärenklauarten zur Gattung Heracleum innerhalb der Familie der Doldenblütler. Sie sind vor allem wegen ihrer photosensibilisierenden Wirkung gefährlich: Schon der Kontakt mit dem Saft reicht aus, um selbst bei geringer UV-Einstrahlung schwere Verbrennungen ähnlich wie bei einem Sonnenbrand hervorzurufen.

Was passt zu Akanthus?

Zu Akanthus passt alles, was kleiner und filigraner ist. Vorzugsweise setzt man die stattlichen Pflanzen in den Hintergrund eines Staudenbeetes und füllt den Vordergrund und die Lücken mit passenden Stauden, Kräuter und Gräsern auf. Auch Frühblüher machen sich hier zu Beginn des Jahres und vor der Blütezeit des Akanthus zwischen Juni und August gut. Geeignete Begleiter sind beispielsweise Schafgarbe, Rainfarn, Schleierkraut oder Kardendistel.

Ökologischer Wert

Balkan-Bärenklau nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Stauden mit lila Blüten