NaturaDB - Unsere Mission

Nie war die Gärtnerei so einfach wie heute – Baumschulen und Gartencenter bieten weit mehr als Salatsetzlinge und Petunien, und wer sich nicht mit Fachliteratur zu diversen Gartenthemen eindecken möchte findet mit einer kurzen Recherche im Internet Informationen, die früher nur langjährigen Spezialisten vorbehalten waren.

Ökologische Themen sehen wir als unseren wichtigsten Schwerpunkt. Leider werden diese noch immer stiefmütterlicher behandelt als das vertrocknende Stiefmütterchen-Sonderangebot im Supermarkt: Sucht man naturnahes Gärtnern, so findet man bestenfalls gute Tipps für den Nutzgarten – als böten nicht auch Vorgarten und Ziergarten ebenso unendliche Möglichkeiten.

Ein Garten kann mit wenig Aufwand viel mehr sein als reine Deko und Beschäftigungstherapie. Daher wollen wir mit passenden Themen ein verbessertes Informationsangebot schaffen. In Anbetracht von Bodenversiegelung und Schottergärten kann jeder seinen kleinen Beitrag zur Natur leisten.

Ökologisch wertlos oder sogar gefährlich?

Ökologisches Bewusstsein zu schaffen wird immer wichtiger – aber ein entsprechendes Informationsangebot steht weder für Neulinge noch für erfahrene Gärtner in befriedigendem Umfang zur Verfügung. Aktuelles Wissen kommt nur zögerlich im Gartenfachhandel an, der sich lieber auf Altbewährtes verlässt – Hauptsache es lässt sich gut verkaufen.

Wer soll das bestäuben? Aktuell gelangen immer häufiger Zuchtsorten in unsere Gärten, mit denen einheimische Bienen und Schmetterlinge nichts anfangen können, weil ihre gefüllten Blüten keinen Pollen produzieren und den Weg zum Nektar versperren.

Wem nutzen diese Blüten? Beliebte Exoten werden in ihrer Heimat von hochspezialisierten Kolibris, Faltern und Käfern bestäubt, die bei uns nicht vorkommen. Dagegen haben alteingesessene Arten das Nachsehen und finden inmitten der Blütenpracht keine Nahrung.

Die Verdrängung einheimischer Arten durch invasive Neophyten ist ökologisch bedenklich, sobald sich Neuankömmlinge rasch in der Wildnis ausbreiten und alteingesessene Arten verdrängen. Die lokale Flora und Fauna mit ihren in Jahrtausenden der Evolution gut eingespielten Kreisläufen und Ökosystemen sollten nicht noch mehr gefährdet werden als sie ohnehin schon sind.

Vielfalt statt Einfalt!

Je vielfältiger die Lebensräume, desto größer die Artenvielfalt. Gepflegter Rasen? Ein wüstes und kleinteiliges Gemisch aus trockenen und feuchten, sonnigen und schattigen Stellen mit steinigem und humushaltigem Boden ermöglicht es einer Vielzahl von Pflanzen, an einem für sie optimalen Standort zu gedeihen und macht deutlich weniger Arbeit.

Ein Refugium für bedrohte Wildpflanzen ist umso wichtiger, je weniger Flächen industrieller Landwirtschaft, Herbiziden und Umweltverschmutzung zum Opfer fallen. Gerade die selten gewordenen Ackerunkräuter wie Kornrade, Kornblume oder Strahlen-Breitsame bieten zahlreichen Insekten Nahrung, die sich auf einige wenige Futterpflanzen angepasst haben.

Die davon abhängige Tierwelt macht von einem passenden Futterangebot gerne Gebrauch und zieht in Sachen Artenvielfalt mit. Ein Gartenteich wird mit seinem feuchten Uferbereich und der Wasserfläche zu einem ganz eigenen Biotop mit Fischen, Amphibien und Sumpfpflanzen. Gleich daneben können sich trockene Mauern und Steingärten zum Paradies für Eidechsen und Sandwespen entwickeln.

Bewusst neue Lebensräume schaffen!

Biotop für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Der heimische Garten bietet auch jede Menge Platz für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und Fliegen, aber auch Piepmätze, Reptilien, Igel und Siebenschläfer. Wichtig sind die passenden Pflanzen als Nahrungsquelle – Nektar, Pollen oder auch Blätter bieten Nahrung, die Gewächse selbst Nistmöglichkeiten und Unterschlupf.

Bedrohte Wildbienen helfen bei der Bestäubung. Wichtig für die meisten Obstsorten und Gemüsepflanzen sind nicht nur Honigbienen, sondern auch wilde Bienen. Erst ihre gemeinsamen Bemühungen führen zu einem optimalen Ergebnis bei der Ernte. Im heimischen Garten kann man sie leicht unterstützen: mit Insektenhotels und Nisthilfen, aber auch mit kleinen Angeboten wie Totholz, markhaltigen Stängeln, Schneckenhäusern und sandigen Flächen oder Mauerritzen.

Ganzjähriges Futterangebot für Tiere. Die ersten Hummeln und Wildbienen regen sich, sobald im Frühjahr die Temperaturen über 10 °C ansteigen. Umso besser, wenn sie bereits zu diesem Zeitpunkt Nahrung vorfinden. Auch im Herbst wird das Angebot eher kritisch, sodass ihnen hier ebenfalls mit entsprechend spät blühenden Pflanzen geholfen ist. Vögel sind dankbar für Beeren, die im Winter an den Sträuchern bleiben und bei Eis und Schnee als Futterquelle zur Verfügung stehen.

Gärtnern mit der Natur – nicht gegen sie!

Naturnahes Gärtnern ist keineswegs schwierig – mit den richtigen Pflanzen bekommt jeder Neuling einen ansehnlichen und pflegeleichten Garten hin. Auch der Garten unterliegt dem Entropiegesetz: Je größer die Ordnung, desto mehr Energie muss dafür aufgewendet werden.

Gut für die Ökobilanz sind der Einsatz von Kompost und torffreier Gartenerde, für die keine Moorlandschaften zerstört werden. Kunstdünger und Spezialdünger braucht man in den seltensten Fällen, einfache Bordmittel sind billiger und umweltschonender. Und sei es nur gesammeltes Regenwasser anstelle von teurem Leitungswasser.

Schädlinge lassen sich mit Brennnesselbrühe, Schachtelhalmsud oder Nützlingen wie Marienkäfern und Raubmilben bekämpfen - ohne Chemikalien, mit denen weder Bienen noch man selbst zu tun haben möchte. Im Gemüsegarten weiß man dann sicher, dass man keine unnötigen Schadstoffe in die Küche bringt.

Die natürliche Resistenz gegen Bakterien, Pilze und Viren kann man durch das gezielte Kombinieren geeigneter Arten verbessern. Monokulturen zeigen eine geradezu magnetische Anziehungskraft auf Parasiten, die bei dichtstehenden Pflanzen leichtes Spiel haben. Bereits eine simple Fruchtfolge kann Wunder wirken – man muss nur gelernt haben wie. Dieses alte Wissen gilt es ebenfalls zu bewahren.

Naturverträgliche Gartenarbeit. Röhrende Laubbläser sind nicht nur nervig, sie töten eine Vielzahl von Kleintieren, wo es Harke und Rechen genauso gut und wesentlich leiser erledigen. Ein lärmender Benzinrasenmäher lässt sich gegebenenfalls mit Handgeräten oder Sense ersetzen, oder man hält das Gras mit vierbeinigen Hilfskräften wie Schafen und Ziegen kurz – Düngung inklusive.

Ökologisch, nützlich und informativ

Wir wollen es nicht bei der Ökologie belassen. Jeder Garten wird umso interessanter, je besser der Gärtner die darin gepflanzten Gewächse kennt. Daher beantworten wir Ihnen auch so typische Fragen wie

All das und viele weitere kurzweilige Informationen wollen wir Ihnen auf unserer Gartenseite bieten. Wir hoffen, dass Sie und Ihre Familie, aber auch Tiere und Pflanzen in Ihrem kleinen Refugium davon profitieren und Sie viel Spaß beim Gärtnern haben. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Anregungen und Verbesserungsvorschläge haben oder Informationen zu einem Ihrer grünen Mitbewohner vermissen!